Sie brauchen die besten Köpfe?
Dann lassen Sie uns zuerst in unsere Eigenen schauen.

Für alles gibt es Gebrauchsanweisungen – nur nicht für unseren Kopf. Wir benutzen ihn ununterbrochen und dennoch steuert er oft unser Handeln, ohne, dass wir es merken.

Sind Sie heute mit dem Auto zur Arbeit gekommen? Können Sie sich an jedes Blinken, Abbiegen oder Einfädeln erinnern? Das läuft automatisch ab, unbewusst – und dennoch sicher. Dieses unbewusste Handeln ist präsenter, als Sie denken.

Die richtigen Personalentscheidungen sollten objektiv sein und ausschließlich an Kompetenzen orientiert – das sind sie aber fast nie. Wegen Ihrer unbewussten Vorurteile – oder der Ihrer Kolleginnen und Kollegen – werden auch in Ihrem Unternehmen suboptimale Entscheidungen getroffen, die erschreckend oft nicht bemerkt werden – wetten?

Die unbewusste Voreingenommenheit oder „Unconscious Bias“ beschreibt kognitive Wahrnehmungsverzerrungen, wie z.B. Stereotype, Vorurteile und andere Denkfehler. Wir alle haben „Unbewusste Denkmuster“, völlig unabhängig von unserem Geschlecht oder unserer Bildung, denn sie sind ein biologischer Mechanismus:

Seit der Steinzeit ist eines der Talente unseres Gehirns, mit seiner Energie sparsam umzugehen. Dazu nutzt das Gehirn unter anderem wiederkehrende Muster.

Diese sind ziemlich hartnäckig und uns meist nicht bewusst. Gerade in raschen Entscheidungsfindungsprozessen verlässt sich das Gehirn auf Faustregeln und so sind unsere Entscheidungen viel weniger objektiv, als wir glauben.

Heute braucht ausnahmslos jedes Unternehmen Offenheit für Fachkräfte mit unterschiedlichsten fachlichen, sozialen und regionalen Hintergründen. Dabei sind unbewusste Voreingenommenheiten und tief verankerte Rollenbilder hinderlich und haben konkrete wirtschaftliche Konsequenzen.

Vorurteile? Ich doch nicht.

„Haben Sie Vorurteile?“ Was für eine Frage, oder? Die Antwort, die ich am häufigsten bekomme ist,:„Naja, ab und zu vielleicht“.

Niemand will gerne Vorurteile haben, ist das Vorurteil doch als ein unangenehmer Charakterzug verpönt. Vorurteile haben doch nur Leute, die sagen „Beamte haben ein entspanntes Arbeitsleben“ und „Frauen können schlecht einparken“.

Vorurteile zu haben ist so normal wie zu niesen oder zu lachen oder Ihre Fahrt zur Arbeit heute. Eine nützliche Reaktion. Unser Gehirn will und muss Abläufe und Aufgaben vereinfachen, routinieren, um effizient zu sein. Vorurteile sind ein Mittel, das zu erreichen.

Hätte jemand niemals Vorurteile, wäre das schon eher merkwürdig. Vorurteile sind nur schädlich, wenn wir sie negieren, ihre Existenz abstreiten. Dann beginnen wir, Fehler zu machen.

Helene Fischer

Woran haben Sie gerade gedacht? Ihr Gehirn hat bereits beim Lesen des Namens Assoziationen abgerufen, um Ihnen zu helfen, diesen Begriff einzuordnen. Die Assoziationen hinterlassen Sie mehr oder weniger bewusst mit einem Gefühl zwischen „atemlos“ und „Grusel“. Dennoch ist das auch nicht die Wahrheit, sondern Ihr Denkmuster, das sich aus persönlichen Erfahrungen und Vorlieben zusammengesetzt hat.

Auf den falschen Plätzen. Aus den falschen Gründen.

Es herrscht keine Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Die Top-Führungskräfte in deutschen Unternehmen sind überwiegend westdeutsche Männer. Obwohl es immer mehr Uni-Absolventinnen und Absolventen mit Migrationshintergrund gibt, schaffen sie es selten in höhere Führungspositionen. Männer unter einem Meter siebzig stehen statistisch hinter ihren größeren Kollegen zurück.

Was meinen Sie: Denkt da jemand unbewusst, dass große Kerle uns alle besser vor dem Mammut beschützen?

Sich diese unbewussten Denkmuster zu verdeutlichen hilft Ihnen, nach den Kriterien auszuwählen, die für Ihr Unternehmen wirklich wichtig sind und damit die wahren Talente zu finden.

Unbewusste Denkmuster stören im Recruiting-Prozess vor allem:

  1. bei der Erstellung von Anforderungsprofilen und darauf basierend der Formulierung von Stellenanzeigen
  2. der Vorauswahl der Unterlagen (auch bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz)
  3. im Interview
  4. bei der endgültigen Entscheidung für oder gegen eine Kandidatin oder einen Kandidaten.

Mein beliebter Workshop „Vorsicht Schublade – Unbewusste Denkmuster im Recruiting und Talent Management erkennen und vermeiden“ hilft Ihnen, Menschen zielführender und zutreffender zu beurteilen, weil Sie sich erstens bewusster sind, was Ihr Kopf ohne Ihr Zutun zu Ihren Entscheidungen beiträgt und zweitens wissen, was Sie tun können, um bewusster zu entscheiden .

Das erwartet Sie im Workshop

Je nach genauem Anliegen nimmt der Workshop einen halben oder ganzen Arbeitstag in Anspruch. Der Workshop ist eine gelungene Mischung aus kurzweiliger Theorie und Praxis und bezieht die Teilnehmer engmaschig mit ein.

Im ersten Teil – den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig mit Aha-Momenten erleben – vergegenwärtige ich, wie unbewusste Denkmuster entstehen und wie präsent sie trotz ihrer buchstäblichen Unbewusstheit doch sind.

Im Anschluss daran erarbeiten wir z.B., wie es möglich wird, Auswahlprozesse bewusster und objektiver zu gestalten – und so auch überraschende Talente ins Boot zu holen und zu fördern. Oder wir gehen auf die Themen ein, die in Ihrem Unternehmen besonders relevant sind. Ein wesentliches Ziel ist immer, Entscheidungen zukünftig bewusster zu treffen.

Der Workshop richtet sich vornehmlich an HR-Business Partner und Führungskräfte aller Ebenen, doch das Erkennen unserer unbewussten Denkmuster hilft natürlich auch in anderen Funktionen.

Die möglichen Inhalte im Einzelnen

  • Neurowissenschaftlicher/psychologischer Hintergrund zum Thema Denkprozesse
  • Welche Arten an unbewussten Verzerrungen gibt es, wo treten diese auf und wie wirken sie sich auf unser Verhalten/unsere Entscheidungen aus?
  • Reflexion von eigenen, automatischen Wahrnehmungsmustern; Kennenlernen und eventuell Durchführung des Impliziten Assoziationstests (IAT) der Harvard University
  • Mitarbeiterauswahlprozess/Talent Management – wo spielen unbewusste Denkmuster überall eine Rolle? Jeder wesentliche Prozessschritt wird hinsichtlich seiner „Bias-Anfälligkeit“ von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern analysiert
  • Übungen und Techniken zur Reduktion unbewusster Denkmuster
  • Transfer in die Praxis: durch welche konkreten Schritte/Maßnahmen können wir zukünftig Entscheidungen treffen, die weniger fehleranfällig und möglichst „Bias-frei“ sind?

Bewusst neugierig?

Es ist fast unmöglich, die mittel- und langfristigen Vorteile von reduzierten unbewussten Denkmustern konkret zu beziffern. Selbst eine einzige Einstellungsentscheidung für den – objektiv – geeignetsten Kandidaten amortisiert die Investition in diesen Workshop mehrfach.

Ein Personalchef sagte vor einiger Zeit einmal zu mir: „Ich glaube nicht, dass Unternehmen es sich leisten können, sich nicht mit diesem Thema auseinanderzusetzen“.

Sind Sie sofort darauf gekommen, dass Dr. Denik aus Kiel eine Frau und damit nicht der Bruder, sondern die Schwester von Prof. Denik ist? Oder hat es etwas Nachdenken erfordert? Falls dies so war, dann waren unbewusste Denkmuster am Werk, die dafür gesorgt haben, dass Sie ganz unbewusst mit Dr. Denik einen Mann assoziiert haben.

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